Leserbrief von C.Martin ALL-Hanau im HA zur aktuellen Stadtpolitik

Zum Umgang mit Pioneer, der Hanauer Altstadt und Parlamentsgerede

Schon traurig, dass jetzt auch die Altstadt dran ist. Vieles, was dereinst Hanau war, was Historie ist, woran sich unsere Vorfahren erinnerten und uns noch erzählten, kommt weg. Uns Hanauerinnen und Hanauern wird unsere Heimatstadt einfach weg verkauft. An Leute, die keinen Bezug zum historischen Hanau haben, verscherbelt. Und alle Stavo-Mitglieder heben dazu das Händchen. Wohnen können sich normal verdienende Menschen hier dann sowieso nicht mehr leisten. Leider gibt es auch hier keine Hoffnung auf dreißig Prozent Sozialwohnungsbau.

Und nein, es darf nun nicht wieder heißen, alte Hanauerinnen und Hanauer seien nicht offen für Neues, das stimmt einfach nicht. Das Beispiel Frankfurter Altstadt zeigt, dass auch andere Maßnahmen möglich sind. Leider in Hanau nicht gewollt. Das wäre schöne Werbung für ein innovatives Hanau gewesen!

Es bleibt nur zu hoffen, dass dann hier auch Bäume gepflanzt werden, es passen schon noch einige dort hin, Parkplätze für Gehbehinderte natürlich auch. Eine weitere Hoffnung ist, dass Platz für urbanes Gärtnern zur Verfügung gestellt wird, was dringend nötig ist für Umwelt und Gemeinsamkeit der Kulturen. Nicht nur Blümchen für Insekten irgendwo in Hinterhöfen, auf „kleinen Flächen“. Urbanes Gärtnern hat den gleichen Effekt, Insektensterben vorzubeugen. Das zunehmende Fehlen der Insekten ist uns längst allen aufgefallen, dazu braucht es keine Langzeitstudie. Blühende und essbare Pflanzen gehören nicht nur auf bestimmte Gelände, sie gehören in die gesamte Stadt mit all ihren alt- und neuversiegelten Flächen! Dafür hatte sich die Alternative Linke Liste längst eingesetzt. Nicht erst, seit es das Projekt „Main – Kinzig blüht“ gibt. Wie mittlerweile vielfach festgestellt werden kann, ist urban Gardening, essbare Stadt, sehr innovativ und werbemäßig äußerst wirkungsvoll für eine Stadt! Ich finde, Hanau sollte endlich öffentlich damit beginnen.

Oh wei, Pioneer. Denjenigen, denen wir doch getrost vertrauen können, ist der BUND. Im Pioneer-Gelände konnten zu Armee-Zeiten zumindest Panzer beobachtet werden, die ein- und aus fuhren. Die haben garantiert Schadstoffe hinterlassen. In kurzer Zeit will also die Stadt Hanau mit diesen Altlasten „fertig“ werden. Ich erlaube mir mal, das anzuzweifeln.

Ich wohne in der Nähe des ehemaligen Dekalin-Geländes, in einer alten Siedlung. Ich habe noch die Explosion der Dekalin in Erinnerung. Sehr lang ists her. Bei uns ist das Grundwasser gott-sei-dank kein Problem. Das Grundwasser in der näheren Umgebung der Dekalin darf – mir ist nichts Anderes bekannt – bis heute nicht genutzt werden. Auch nicht für die Hausgärten.

Dort, wo Panzer „bearbeitet“ wurden, sieht es bestimmt nicht besser aus. Auch in anderen Hanauer Gebieten ist dies wohl heute noch der Fall.

Schade, zuerst wurden in Pioneer ja wieder Bäume niedergemetzelt, dann sollen alle Schadstoffe in Pioneer im Handumdrehen auszumerzen sein? Ganz auf die Schnelle? Tut mir leid, aber das kann ich nicht recht glauben. Leider hat die Untere Naturschutzbehörde zu all diesen schnellen Plänen Ja gesagt.

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