Leserbrief im HA von J.Sternberg ALL-Hanau zu LBs von Dr. Stehlik

Was für eine Volte, Herr Dr. Stehlik!

 Unter dem Motto: Was geb‘ ich auf mein Geschwätz von gestern. Am 16.6. stellte er zutreffend fest:“dass der Nationalismus als Spaltpilz in Europa ausgesät wird. Sämann ist Alexander Gauland mit seinen ‚1000 Jahren deutscher Geschichte’…“ Eine Woche später schreibt er eine Hommage an Joana Cotar, Bundestagsabgeordnete der AfD, einer Partei, die alle ihre programmatischen Aussagen mit  dumpfbackigem Nationalismus durchtrieft, Menschenrechte und gesellschaftliche Teilhabe ausschließlich für Deutsche reklamiert. Noch jedenfalls für alle Deutsche, man ahnt, was kommt, wenn die AfD einmal an der Macht beteiligt wäre. Dazu braucht es keine Hellsicht, wenn man ihre Parolen hört und die Springerstiefel ihrer Kombattanten sich anschaut. Ein Fallrückzieher in’s eigene Tor, Herr Dr. Stehlik, um in der aktuellen Sprache zu bleiben. Oder auch reumütige Selbstkritik, um die Verärgerung aus dem eigenen ‚Freundeskreis‘ abzumildern. Jetzt also wieder ganz auf Linie der AfD, was den (un)verhohlenen Antisemitismus betrifft, das altfränkische Familienbild, die antiquarisch gehandelten Geschlechterrollen, die totalitäre Rhetorik, den Widerstand gegen Vermögens- und Reichensteuer, die Europafeindlichkeit, die inhumane Asylpolitik, die Diskriminierung von Minderheiten, der offene Rassismus. Der Landtagskandidat der AfD, Wissmann, fragt jedesmal in Veranstaltungen, ob es nicht Rassismus sei, wenn ein Deutscher, wie er es angeblich erlebt hat, beleidigt wird von z.B. Türkischstämmigen als deutsches Nazischwein. Das ist -nach internationaler Definition- in Deutschland keine rassistische Äußerung, da hier ein Mitglied der Mehrheitsgesellschaft beleidigt wurde, das ist strafrechtlich eine Beleidigung und Verunglimpfung, das natürlich. Rassistisch müsste man es nennen, wenn der Deutsche in einer Minderheitsrolle sich befände. Das nur zur Klärung der Definition. Zurück zum Leserbriefschreiber: In der Leugnung des Klimawandels und der Unterstützung von atomaren und fossilen Großkraftwerken war er ja immer schon einig mit der AfD. Nun verschweigt er in seinem PR-Beitrag für Joana Cotar deren Mitgliedschaft in der AfD, ja, er rät sogar ab, das Programm der Partei zu lesen. Ein Programm, das diese Frau Cotar voll und ganz vertritt. Ich habe das zwar nicht über die Seiten von Facebook nachgeprüft, weil ich nicht Teil dieser ’sozialen Gemeinschaft‘ bin und sein will (müsste auch die Zustimmung zu Gesichtserkennung geben dafür, das nur zum auch von Frau Cotar propagierten Datenschutz), aber gehe davon aus, dass sie in den Kernaussagen mit der AfD übereinstimmt. Sonst wäre sie ja nicht ihre Bundestagsabgeordnete. Wenn der Leser mit ihr kommunizieren möchte, wie Herr Dr. Stehlik empfiehlt, dann wird er mit Sicherheit eine abgeschwächte, gerade noch nicht strafbare Version von z.B. Fremdenfeindlichkeit hören wie: Wir treten ein für den Schutz für Flüchtlinge, die wirklich verfolgt sind. Heißt aber, die große Mehrheit flüchtet aus Gründen wirtschaftlicher Vorteile in unsere Sozialsysteme (Wäre auch verständlich, es gibt kein Geburtsrecht auf Leben in einem reichen Land). So kann man manipulativ reden über Kriegsflüchtlinge und Verfolgte. Herr Dr. Stehlik hat mit seiner Volte wahrscheinlich sogar der AfD mehr geschadet als genutzt, denn wer schenkt seinen aberwitzigen Thesen zum Klimawandel noch Glauben? Insofern wäre seine PR-Aktion für die AfD ein Rohrkrepierer.

 

Jörg Sternberg

 

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