Warum wird die städt. Baugesellschaft am Kinzigheimer Weg nicht tätig?

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Rede der AL-Fraktion, zu Kinzigheimer Weg, Sonder-Stavo am 19.6.2017

Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin, Kolleginnen und Kollegen,

die Alternative Linke Fraktion setzt voraus, dass der letzte in Geldnot geratene Investor und der in Aussicht gestellte neue Käufer sich tatsächlich darauf einlassen, das Grundstück Kinzigh. Weg wieder an die Stadt Hanau zu verkaufen,  damit sie ihr Vorkaufsrecht wahrnehmen kann.

Doch – was ist, wenn beide sich stur stellen und den Kaufpreis nicht akzeptieren?

Ist damit zu rechnen, dass sie oder einer gegen die Stadt den Klageweg beschreiten?

Wird die Stadt sich dann erneut darauf einlassen, über eine Summe zu verhandeln?

Oder wird die Stadt eine Enteignung vornehmen und vor Gericht gegen den Investor ziehen? Also, wie geht die Stadt dann vor?

Wie sieht denn eigentlich der Sozialplan für die verbliebenen Bewohner-innen bei Sanierung aus?

Fragen über Fragen, die letztlich daraus resultieren, dass die Stadt hier eine Wohnsiedlung aus den Händen gegeben hat, die zum reinen Spekulationsobjekt verkommen ist. Spekulanten waren bereits die Gewinner.  Hier steht eine Arbeitersiedlung, ein gutes Stück denkmalgeschützter Hanauer Baugeschichte kurz vor dem Ruin, vor dem endgültigen Verfall. Hier ist ein Beispiel entstanden, wie durch Privatisierung, immer wieder Abgabe  an Investoren, eine Stadt viel Geld verlieren kann.

Man muss sich nur mal vor Augen führen, 2,4  Mio. der Verkauf der Baugesellschaft an einen Investor, der sich gut verkaufen konnte. Im Laufe der Zeit wurde viel Geld verdient an dem alten Gemäuer, ohne dass etwas getan wurde, ohne dass irgendwas – außer Geld – angefasst wurde. Inzwischen sollte dieses Stück Lebensraum für 9,9 Mio. weiterverkauft werden! Und das für verkommene Häuser, deren Heizung nicht mal funktioniert, die auch nicht ein klein wenig gedämmt wurden, die alt und kurz vor dem Verfall dastehen! Nachtigall, dein Zwitschern ist laut und dein Tapsen unüberhörbar.

Die Summe von 4 Mio. muss wohl als Verkehrswert akzeptiert werden, für den Zustand der Häuser ist sie aber auch gewöhnungsbedürftig. Und – wo nimmt die Stadt überhaupt dieses Geld her?

Hanaus Bürgerinnen und Bürger sind für die Vorgänge rund um den Kinzigh. Weg nicht verantwortlich und nicht heranzuziehen, also – Hände weg von Steuern und Gebühren! Die Versäumnisse der städtischen Verantwortlichen dürfen nicht zu Lasten der Bürger-innen Hanaus bereinigt werden!

Ist diese Wohnsiedlung dann glücklich wieder in Hanaus Eigentum, dann darf gerade für diese Siedlung kein neuer Investor her, der hier nur wieder Eigentumswohnungen für Wohlhabende hinstellt! Die Alternative Linke Fraktion warnt  davor ausdrücklich!

Wir fordern, dass die Baupro die Häuser und das Gelände saniert aber nicht weiterverkauft. Als zukünftige Mieter sollen Wohnungssuchende auf den Listen der Baugesellschaft und des Wohnungsamts der Stadt Hanau genommen werden. Natürlich bei einer auch für kleine Einkommen bezahlbaren Miete.

Fünf spekulierende, angeblich „ seriöse“, wahrscheinlich gut schauspielernde Investoren sind genug. Der Verkauf war auch im Nachhinein ein Fehler, der muss wieder korrigiert werden.

Diese denkmalgeschützte, ehemalige Arbeitersiedlung muss als solche erhalten  und Hanaus Bürgerinnen und Bürgern zurückgegeben werden! Wie ehemals mit Gemeinschaftsleben in ihrer Mitte, wo Generationen miteinander füreinander im Wortsinne da sind! Für eine beispielhafte Siedlung in Form von Mehrgenerationenwohnhäusern ist der Kinzigheimer Weg prädestiniert.

Und – außer Frage – letztlich könnte hier sehr schön „urban Gardening“ betrieben werden.

Solche Konzepte funktionieren in anderen Städten seit langem – das klappt mit Sicherheit auch in Hanau! Wenn man will!

 

 

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