Wo ist die „essbare Stadt“ ?

Presseerklärung zu:  Zankapfel Wallonisch-Niederländischer Park

Die Alternative Linke Fraktion ist gemeinsam mit ihrer Alternative Linke Liste nicht einverstanden mit den Entwürfen für die Neugestaltung des Platzes um die Wallonisch-Niederländische Kirche. Für die Planung sinnvoll sei es vielmehr gewesen, von Anfang an alle davon Betroffenen zurate zu ziehen. So hätte sich die Stadt sicherlich eine Menge Geld sparen können, das z. B. in der Sozialarbeit grandios fehle!

Es gehe hier entgegen des Tenors der letzten Presseartikel nicht nur um die vorgesehene Parkplatzsituation. Dabei gehen ALF und ALL konform mit den Marktbeschicker-Innen und den Bürger-Innen, die bisher gerne ihre Waren auf dem Hanauer Markt besorgt hätten.

Auch die von der CDU angeführte Aussage, ältere Bürger „wollen“ ihre Einkäufe nicht weit tragen, sei nicht richtig. Vielmehr gehe es darum, dass ältere, alte, geh- und anderweitig behinderte Menschen jeden Alters die Einkäufe einfach nicht schleppen können! Die Wege von und zu den erst in einiger Entfernung befindlichen Parkhäusern seien einfach zu weit für diese Menschen. Dies gelte natürlich auch für Eltern mit kleinen Kindern.

Viele Bürgerinnen und Bürger könnten natürlich alternativ die Busangebote nutzen. Jedoch sei dies vielen nicht möglich, da Busfahren für diese Klientel einfach zu teuer sei.

Dies alles sieht die Alternative Linke Fraktion als nicht bis zur letzten Konsequenz durchdacht  und spricht sich dafür aus, wenigstens einen gewissen Anteil an Parkplätzen beizubehalten. Für Behindertenparkplätze müsse ohnehin gesorgt werden. Allerdings – wie bereits oft betont – seien diejenigen Mitmenschen stark benachteiligt, die wegen ihres geringer eingestuften Behinderungsgrades eben keinen Ausweis erhielten. Laufen überhaupt und zudem noch weit laufen ginge für viele nicht.

Hierzu müsse sich die Stadt Hanau endlich Alternativen einfallen lassen und Vorschläge unterbreiten, die auch umgesetzt werden könnten. Letztlich ebenso für Menschen, denen Busfahren nicht möglich sei.

Die Anregung der Alternative Linke Fraktion, anstatt eines teuer zu planenden neuen Parks rund um die Wallonisch-Niederländische Kirche das allseits verbindende urbane Gärtnern, die essbare Stadt, hier einzurichten, sei mit keinem Gedanken und mit keinem Wort erwähnt worden. Obwohl es vor Wochen von Seiten der Stadt hieß, diese Anregung werde „mitgenommen“. Einzig viel zu teure, zum Teil den Platz versiegelnde Denkmale seien vorgesehen. So sehe der Platz auch ohne Autos recht fantasielos und einigermaßen unterkühlt aus.

Sogleich seien auch wieder einmal Bäume gefällt worden, denen – aus welchen Gründen auch immer – mangelnde Verkehrssicherheit nachgesagt worden sei. Die Gründe hierfür sind nicht bekannt. Womöglich hätte ein regelmäßiger Schnitt der Fällung zuvor kommen können? Das und ähnliches sei ja bekannt vom Freiheitsplatz. Es werde erwartet, dass umgehend für Ersatz der Wallonisch-Niederländischen Bäume gesorgt würde an Ort und Stelle.

Die Forderung bestehe weiterhin, in wenigstens einem Teil der Wallonisch-Niederländischen Parkfläche ein urbanes Gärtnern zu ermöglichen. Wie bereits oft von der ALF angeführt, sei dies sicherlich eine schöne, einfache und kostengünstige Methode, verschiedene Kulturen zusammenzuführen. Schließlich, wie ebenfalls schon hier und da von der ALF betont, sei diese Art des Kommunizierens im Hanauer Kulturentwicklungsplan vorgesehen und festgeschrieben.

Oder sei urbanes Gärtnern bzw. die essbare Stadt etwa den dort Wohnenden nicht zuzumuten? Warum sei in Hanau nicht möglich, was in anderen Städten mitten im Leben längst angekommen und sogar mit Preisen honoriert sei? Diese Art des Miteinanders gehöre nicht in Gärten versteckt, sondern eben direkt in die Stadt hinein. Die ALF und ALL bringe dies auch weiterhin zur Sprache.

 

Für AL-Fraktion und ALL-Hanau

Christa Martin u. Karl-H. Wagner

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