Kein Geld für Kinder aber zum Überwachen der Bewohner von Hanau

Presseerklärung zu Boxgym. Weststadt und Videoüberwachung in der Innenstadt.

Hanau hat mit Beschluss der Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung (Stavo) vor Jahren alle freiwilligen Leistungen an sozialen Projekten und Einrichtungen um 20% gekürzt. Das hat tiefe Löcher in die Finanzierung der wichtigsten Aufgaben einer Kommune gerissen: in die Arbeit für die Bevölkerungsgruppen, die Zuwendung, Rat und Hilfe am dringendsten benötigen. Nun werden die Sparmaßnahmen die Kinder und Jugendlichen des Jugendzentrums in der Weststadt treffen, da Sponsoren für die Abdeckung einer Finanzierungslücke von kläglichen 15.000 EU nicht in Sicht sind. Kläglich insofern, als die Stadt durchaus und trotz Auflagen des ‚Rettungsschirms‘ in mehrfacher Millionenhöhe den Investor bzw. Käufer des Einkaufsbunkers Forum jährlich subventioniert und nun auch noch der Forderung des Koalitionspartners  BfH nach Installierung von Videokameras auf dem Markt – und Freiheitsplatz mit Kosten in Höhe von mindestens 200.000 EU (ohne jährliche Personalkosten) nachkommt.

Vom Hessischen Datenbeauftragten und vielen Bürgern für überflüssig und in keiner Weise präventiv gehalten. Anders die Arbeit der Sozialarbeiter und Trainer mit den Kindern und Jugendlichen in K.-town, insbesondere das Projekt des Boxgymnasiums. Ihnen, die meist aus Einwandererfamilien kommen, oft auf engem Raum leben, manchmal auch Sprach- und Sozialisationsdefizite aufholen müssen, gibt man mit diesem Angebot die Chance, sich Selbstbewusstsein zu „erkämpfen“, Fairness zu lernen, soziale Kontakte aufzubauen, sich an Vorbildern zu orientieren, Achtung vor dem Anderen zu entwickeln, kurz soziale Kompetenz und Selbstkompetenz zu erwerben. Eine weitaus größere Sorge als fehlende Überwachung müsste die Gesellschaft haben, wenn Kinder und Jugendliche weniger Chancen haben, solche Fähigkeiten zu erlernen. In einem Umfeld das, wie z.B. der Kurt-Schumacher-Platz, zum Ghetto zu werden droht, sind  solche Angebote des friedlichen und respektvollen Umgangs mit einander  und die Einordnung in die Regeln einer Gruppe unverzichtbar. Verzichtbar scheint indes der Aufbau von immer mehr Kontroll- und Überwachungstechnik. Das ist eine stimmungs- und angstgetriebene Maßnahme, die BfH  und die Mehrheit in der Stavo da installieren wollen. Die Fraktion der Alternativen Linken Liste sagt deshalb dazu Nein!

ALL-Hanau und Alternative Linke Fraktion

 

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