Investor-Paradies Hanau

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Presseerklärung der Alternative Linke Liste Hanau                    

und  Alternative Linke Fraktion

Erneuter Eigentümerwechsel und Stillstand der Sanierung am Kinzigheimer Weg in Hanau.

Bei jedem Verkauf seit 2009, wurde von Seiten der Stadt der neue Investor bejubelt und schöne Sonntagsreden gehalten. Bei jedem Investor bisher ging es in die Hosen!

Ein neuer Wohnungsskandal in Hanau bahnt sich an, mit allen typischen Merkmalen: Der Veräußerung städtischen Wohneigentums an private Investoren, der Vertreibung von Altmietern, der Schaffung von künftigen Komfortwohnungen, die für schwächere und mittlere Einkommensgruppen unbezahlbar sind. Diesmal im Hafengebiet, Kinzigheimer Weg.

Mit der Devise ‚Schöner Wohnen im Hafengebiet‘ kündigte eine Broschüre der Stadt 2014 eine umfassende Erneuerung der z.T. maroden denkmalgeschützten 164 Wohnungen an.

Alles begann 2009 mit der Veräußerung des Areals durch die städtische Baugesellschaft Hanau an den privaten Investor „Casa Art Holding GmbH“ in Wiesbaden, Ende 2010 ging dieser Investor in die Insolvenz. Im Internet wurde damals von betrügerischen Machenschaften gesprochen. Die „GVW Grundvermögen Wiesbaden Handelsgesellschaft mbH“ die 2011 als Bauherr auftrat war eine Briefkastenfirma, die noch im selben Jahr ihr Gewerbe abgemeldet hat. 2013 kaufte die Firma „Süd-Ost Invest GmbH“ des Immobilienkaufmanns Steffen Grünwald das Areal und versprach es komplett zu sanieren wenn die Stadt Hanau das Gelände als förmliches Sanierungsgebiet ausweist. Zu dem Zweck beschlossen die Stadtverordneten auf Antrag des Magistrats die Ausweisung der Immobilie als Sanierungsgebiet. Mit diesem Steuersparbescheid in der Tasche hat er es jetzt an die Dolphin Trust GmbH weiterverkauft.

Inzwischen haben alle „Investoren“ seit 2009 die Wohnungen weiter herunterkommen lassen und kaum erste Schritte zur Sanierung eingeleitet. Ein beliebtes Mittel, Mieter aus den Wohnungen herauszuschaffen. 

Damit auch diese gehen, hat der neue Investor, die Dolphin Trust GmbH, mitgeteilt,  dass der Baubeginn sich verzögere, weil Denkmalschutzauflagen die Planungen erschwerten und alle Mitarbeiter derzeit auf einer anderen Baustelle seien. Der Stadtplaner, Herr Bieberle, denkt längerfristig: spätestens bis 2024 soll die Sanierung abgeschlossen sein. Bis dahin ist auch der letzte Mieter ausgezogen oder verstorben. Er hätte die dann angesetzte Miete wohl auch gar nicht bezahlen können. Vertraglich hat nämlich die Stadt keinerlei Auflagen zum Mietpreis gemacht, frohlockt die Sprecherin der Immobiliengesellschaft. Also alle Punkte einer neoliberalen Wohnungspolitik erfüllt! Nur nicht das Versprechen des OB’s auf bezahlbaren Wohnraum in der Innenstadt. (K-H.W)  
allhanau2016@gmail.com

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