Alternative Linke Fraktion, Presseerklärung

Hanau,10.06.2016

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Grotesk

„Die Alternative Linke Fraktion reagiert mit Erstaunen und Unverständnis auf die am Donnerstag, 9.6., über die Presse verbreitete Ankündigung einer Vermietung sowohl des Amphitheaters als auch eines Teils der landschaftsgeschützten Mainwiese unterhalb des Schlosses Philippsruhe an eine Telekommunikationsfirma.

„Wie weit geht die Stadt noch, wenn sie nur Geld verdienen kann!“ Christa Martin und Zarife Bulut von der ALF finden das erneute städtische Vorgehen, ein Landschaftsschutzgebiet zu vermieten – und dies auch noch über einen längeren Zeitraum – für nicht akzeptabel.

Über die Köpfe der in unmittelbarer Nähe lebenden Menschen werde wieder entschieden, die AnwohnerInnen würden lediglich in Kenntnis gesetzt.

So schnell könne nicht in Vergessenheit geraten sein, dass das Regierungspräsidium an anderer Stelle im Landschaftsschutzgebiet ein eintägiges Event verboten habe, welches durch Auf- und Abbau, Zertrampelung und mehrtägiges Befahren mit schweren Fahrzeugen dieses Hanauer Landschaftsschutzgebiet kurz vor dessen endgültige Zerstörung gebracht hatte.

Selbst wenn es sich am Ufer unterhalb des Schlosses „nur“ um Nutzrasen handele – aus Erfahrung sei doch bekannt, wie wenig städtische Auflagen nutzten und wie leicht eine Wiese bzw. Rasen zerstört werden könne! Dass diese Wiese kein Biotop sei, ändere nichts an der Tatsache, dass es sich um ein geschütztes Gebiet handele, das mit Respekt und Vorsicht zu behandeln sei! Die Grünfläche der unter Landschaftsschutz stehenden Mainwiese solle „nicht zu sehr geschädigt werden!“ Grotesk allemal, denn hier wird von vorneherein eine Schädigung in Kauf genommen!

„Die ganze Geschichte ist grotesk. 3000 bis 4000 feiernde Menschen – welcher Rasen kann denn hierbei geschont werden? Ich erlaube mir zu bezweifeln, dass Bodenbrüter und andere Tiere tatsächlich effektiv geschützt werden können bei einer so großen Feier“, äußert sich Christa Martin absolut skeptisch. In Sachen Kampf um Landschaftsschutz hatte sie vor einigen Jahren gewisse Erfahrungen gesammelt.

„Die Besucherinnen und Besucher, die sich auf einen schönen Märchenabend gefreut haben und vielleicht nur diesen einen Abend zur Verfügung haben, sind mit Sicherheit nicht begeistert darüber, dass ihnen wegen einer riesigen Firmenfeier nun ein Strich durch die Vorfreude gemacht wird. Sie werden vielmehr bestraft“, ist auch Zarife Bulut überzeugt. Die ALFerInnen rechnen außerdem mit Auswirkungen auf den zukünftigen Verkauf von Eintrittskarten, da die MärchenliebhaberInnen immer mit Absagen rechnen müssten, sollte sich die jetzt an den Tag gelegte Vorgehensweise der Stadt fortsetzen. Gut sei das weder für das Ansehen der Festspiele noch für die Stadt und ihre Kasse.

Die Genehmigung zu erteilen, ein Zelt auf der Landschaftsschutzwiese aufstellen zu dürfen, das einer Baugenehmigung bedürfe, habe durchaus groteske Züge! Dies gelte auch für die extra vorzunehmenden Straßensperrungen.

Die feierwillige Telekommunikationsfirma komme aus Süddeutschland – und müsse ausgerechnet in Hanau mit Riesenaufwand feiern? Und Märchenspiel-BesucherInnen den Spaß verderben? Wie gesagt, grotesk. Für alles Drum und Dran kaufe sich die Firma also per „Gestattungsentgelt“ frei – und zahle nochmals 20 000 € für die ausgefallene Märchen-Vorstellung.

Na, dann vielen Dank auch! Das helfe weder den Festspiel-ZuschauerInnen, noch den AnwohnerInnen und natürlich auch nicht dem Landschaftsschutzgebiet! Einzig dem lädierten Stadtsäckel kämen diese Zahlungen gelegen.

Die ALF-Frauen Christa Martin und Zarife Bulut bedauern die wieder einmal dem Landschaftsschutz entgegen stehende Vermietung einer Hanauer Mainwiese durch die Stadt und den Ausfall eines der viel gepriesenen Märchen-Theaterstückes, von dem natürlich auch die SchauspielerInnen betroffen seien.

Die Alternative Linke Fraktion sehe nun der „Landung“ des vom Kesselstädter Ortsvorsteher Schreiber so deklarierten „Versuchsballons“ mit nicht geringer Skepsis entgegen.“

Mit freundlichen Grüßen

für die Fraktion

Christa Martin

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