Verkehrspolitik in Hanau

von Eric Ludwig

Straßen-, Bahn- und Flugverkehr sind zentrale Bestandteile unserer mobilen Gesellschaft.

Die Lärmbelastung und die erheblichen negativen Auswirkungen auf Klima und Umwelt erfordern es aber, das das Verkehrsaufkommen auf das unbedingt nötige Maß reduziert wird.

Tempo 30 in der Innenstadt und in den Wohngebieten

  • Die ALL hat das Ziel, das in den Wohngebieten und in der Hanauer Innenstadt ein generelles Tempolimit von 30 km/h eingeführt wird. Tempo 50 soll nur noch die Ausnahme von der Regel sein.

  • Magistrat und Stadtverordnetenversammlung sollen sich dafür einsetzen, das die rechtlichen Voraussetzungen in Hessen so geändert werden, das die Einführung von Tempo 30 ohne Einschränkungen möglich ist.

  • Auch auf Bundes- und Durchgangsstraßen (Innenstadtring) soll wenigstens ein nächtliches Tempolimit von 30 km/h eingeführt werden.

Begrenzung des Verkehrsaufkommens durch besseren ÖPNV und alternative Parkmöglichkeiten an der Peripherie

  • Das Konzept der „Einkaufsstadt Hanau“ ist falsch und muss korrigiert werden. Pendler und Bewohner müssen wieder Vorrang vor den Shopping-Besuchern bekommen.

  • Besonders für Berufstätige ist ein besserer ÖPNV die Voraussetzung, um auf das Auto zu verzichten. Deshalb müssen Taktung und die Fahrzeit kürzer werden.

  • Die ALL will keinen Abbau von Bewohnerparkplätzen, nur damit Hanau für Einkäufer attraktiver wird. Die autofreie Innenstadt ist eine Utopie, weil sehr viele Bewohner keine privaten Parkplätze haben und sich teure Stellplätze in Parkhäusern nicht leisten können.

  • Der Bau von Parkhäusern, z.B. am Stadtkrankenhaus muss auch Pendlern und Bewohnern zu Gute kommen.


Wussten Sie,

das die Hanauer Parkhausgesellschaft die Tiefgarage am Forum für 30 Jahre angemietet hat und dem Investor eine Festmiete zahlt und ihn zusätzlich auch am Umsatz beteiligt?

Ob in 30 Jahren überhaupt noch PKW-Verkehr mit Privatfahrzeugen stattfindet, wie es heute üblich ist, steht in den Sternen. Der Klimawandel erfordert immer drastischere Gegenmaßnahmen und immer mehr junge Menschen haben kein eigenes Auto (und auch keinen Führerschein).


ÖPNV

  • Der innerstädtische Busverkehr soll schrittweise in ein kostenloses Angebot umgewandelt werden.

  • Zur Finanzierung könnte die Grundsteuer (trifft Eigentümer und Mieter) und die Parkhausgebühren (trifft Einkäufer) erhöht werden. Wichtig ist: erst muss das Angebot geschaffen werden, und erst danach können Parkgebühren erhöht werden.

  • Zwischen Freiheitsplatz und Hauptbahnhof soll eine Schnellbuslinie eingerichtet werden. (zumindest in Stoßzeiten). Weitere Schnellbuslinien nach Steinheim und Großauheim sollen erprobt und bei akzeptabler Kosten/Nutzen-Relation dauerhaft eingerichtet werden.

  • Zwischen Kurt Blaum Platz und Steinheimer Tor soll geprüft werden ob eine separate Busspur möglich und sinnvoll ist (zwischen Ehrensäule und Kurt Blaum Pl. gibt es das schon).

Fluglärm / Verkehrslärm / Nordmainische S-Bahn

  • Die ALL fordert eine Gesamtbelastungsstudie für den Lärm im Stadtgebiet. Passiver Lärmschutz an den Wohngebäuden löst das massive Lärmproblem nicht, insbesondere die Hanauer Kernstadt leidet unter Verkehrslärm, Bahnlärm und Fluglärm.

  • Klagemöglichkeiten der Stadt und von Privatpersonen gegen den steigenden Flugverkehr sollen konsequent genutzt werden (z.B. wegen Überschreitung des NAT Grenzwerts).

  • Die Stadt soll für Lobbyarbeit und Aufklärung gegen das umweltschädliche Wachstum des Flugverkehrs Haushaltsmittel zur Verfügung stellen.

  • Die Stadt soll in der Fluglärmkommission die Abwahl des derzeitigen Vorsitzenden Thomas Jühe fordern und gemeinsam mit anderen Kommunen und weiteren Mitgliedern der FLK Frankfurt durchsetzen. Herr Jühe übt sein Amt parteiisch aus und tritt den Interessen der Luftverkehrsindustrie nicht genug entgegen.


Wussten Sie,

das der Flugverkehr in Frankfurt von knapp unter 500.000 Flügen auf über 700.000 Flüge ansteigen soll und die sogenannten „Fluglärmpausen“ (abwechselnd eine Stunde längere Nachtruhe in verschiedenen Regionen unterhalb der Anflugrouten) dann auch gar nicht mehr mögliche sein werden?

Bereits heute können aber ¼ aller Flüge durch Bahnfahrten in Deutschland oder in die Nachbarländer ersetzt werden! Außerdem könnten mehr Direktflüge – ohne umsteigen in Frankfurt – den Passagieren mehr Komfort bringen und gleichzeitig die Umwelt entlasten.


  • Die Nordmainische S-Bahn ist eigentlich vor allem ein Fernverkehrsprojekt. Durch den Bau der neuen Ferngleise kann aber der Takt für Regionalzüge und die S-Bahn auf den alten Gleisen verbessert werden.
    Trotzdem sind Lärmschutz und Schutz vor Erschütterungen sowie die Problematik hoher Lärmschutzwände quer durch die Stadt einer kritischen Analyse zu unterziehen. Falls die genannten Probleme nicht zufriedenstellend gelöst werden, muss auch eine ablehnende Position der Stadt eine mögliche Option sein.

  • Es ist zu prüfen, ob teurere aber optisch ansprechendere und wirkungsvollere Lärmschutzwände gefordert werden müssen. Wenn Erschütterungen, insbesondere durch Güterzüge, nicht zumutbar sind, müssen auch Beschränkungen für den (nächtlichen) Güterzugverkehr erfolgen.

  • Zur weiteren Verkehrsreduzierung sind Gespräche mit großen Arbeitgebern zu führen inwieweit Pendlerbusse und -parkplätze – am Stadtrand – geschaffen werden können.

  • Der Radverkehr soll durch bessere Abstellmöglichkeiten (Überdachung und Diebstahlschutz) und Ausbau innerstädtischer Verbindungen gefördert werden.

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2 Gedanken zu „Verkehrspolitik in Hanau

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